Pflanzen brauchen unbedingt Kohlenstoffdioxid (CO2) für ihre Photosynthese, denn daraus erstellt die Pflanze Zucker, den Energielieferanten für Wachstum und Vermehrung. Das „Abfallprodukt“ dieser Synthese ist Sauerstoff, welcher die Grundlage für höheres Leben ist. Die CO2-Produktion durch die Bewohner eines Aquascapes reicht tagsüber in annähernd 100% der Fälle nicht aus, außer man beleuchtet ein Becken mit sehr wenig Licht. Der Einsatz einer CO2-Druckgasanlage mit Nachtabschaltung sichert die mengenmäßig richtige und zeitlich gesteuerte Zufuhr. Dies wäre bei einer so genannten Bio-CO2 Anlage, welches auf temperaturabhängiger Hefegärung basiert, nicht so einfach und zuverlässig zu realisieren. Vor allem größere Becken lassen sich so kaum ausreichend mit Kohlenstoffdioxid versorgen. Bei der Druckgasanlage ist eine Konstanz der Versorgung auch bei größeren Zugabemengen gesichert. Für das optimale Pflanzenwachstum werden recht hohe Werte von 20-30mg CO2/l angestrebt, welche nicht anhand von zugeführten Blasen pro Minute gemessen werden können.

Um das CO2 einzuwaschen, hat der Handel ein reichhaltiges Angebot am Möglichkeiten aufzuweisen, welche alle sowohl ihre Vorzüge als auch negativen Aspekte aufweisen: von passiven und aktiven Flippern, über Innen- und Außenreaktoren, bis hin zu unscheinbaren Glasdiffusoren, bei denen das CO2 durch eine Keramikmembran gepresst wird. Letzterer ist links auf dem Foto zu sehen, und man erkennt die feinen Blasen, die der Diffusor produziert. Die günstigste Möglichkeit ist wohl ein Diffusor am Filterauslass, der üblicherweise Sauerstoff einwäscht. Bei dieser Variante kann man sehr schnell sehr hohe CO2-Werte erreichen, doch ist hier die Justierung um einiges schwieriger. Außenreaktoren haben den Vorteil, dass diese unsichtbar im Unterschrank in der Filterausstrombahn eingebaut werden. Innenreaktoren sowie Flipper stören aufgrund ihrer Größe das Erscheinungsbild des Aquascapes.

Der CO2-Gehalt lässt sich mit den angebotenen Dauertests (diese werden auch Drop-Checker genannt) verschiedener Hersteller gut überwachen: blau bedeutet: zu wenig, grün: optimal und gelb: zu viel CO2. Die Farbe des Tests schlägt jedoch erst nach einiger Zeit um, deshalb muss man sich langsam nach und nach an den optimalen Gehalt rantasten. Vorsicht: nicht jede Fischart verträgt diese hohen CO2-Werte. Eine Quantifizierung der zugeführten CO2-Menge durch das Zählen von Blasen ist für die Beurteilung des wirklich gelösten Kohlenstoffdioxids nicht aussagekräftig genug, kann jedoch über die Effektivität des Einwaschungsgerätes sehr gute Auskunft geben. Ebenfalls hilft der Blasenzähler (rechtes Foto) bei der Feinjustierung der zugeführten Menge, da die Veränderungen im Gegensatz zum Drop-Checker sofort abzulesen sind.

Nachts jedoch ist diese große Menge an gelösten CO2 nicht erforderlich, da die Pflanzen nachts kein CO2 verbrauchen und keinen Sauerstoff erzeugen. Sie werden selbst zu Verbrauchern des gelösten Sauerstoffs. Die CO2-Zufuhr wird deshalb am besten circa eineinhalb bis zwei Stunden vor dem Lichtausschalten abgestellt. In manchen sehr stark bepflanzten Becken kann es nachts zu einer so starken Sauerstoffzehrung kommen, dass ein Mangel an gelöstem Sauerstoff entsteht. Diesem kann man entgegenwirken, indem man nachts für ein paar Stunden eine gedrosselte Membranpumpe einschaltet, welche für eine ausreichende Sauerstoffsättigung sorgt. Alternativ kann man die Oberflächenbewegung erhöhen, indem man nächtlich den Wasserstrom des Filters gegen die Wasseroberfläche richtet. Tagsüber ist der Einsatz einer Membranpumpe eher kontraproduktiv, da diese gelöstes CO2 austreibt.

Ein Rückschlagventil gehört vor jede Nachtabschaltung und an jede Druckgasflasche!