Neben Licht und CO2 benötigen Pflanzen Mikronährstoffe und Makronährstoffe. Mikronährstoffe  könnte man mit lebensnotwendigen Vitaminen, Makronährstoffe eher mit festen Mahlzeiten für den Aquascaper vergleichen. Zu den Mikronährstoffen zählen Spurenelemente wie Eisen, Mangan, Zink, Bor, Nickel und Molybdän, die mit allen gängigen Eisenvolldüngern in ausreichender Menge hinzugefügt werden können. Selbst Kupfer in minimalen Dosen gehört dazu, in höheren Konzentrationen kann es aber toxisch wirken. Besonders wirbellose Tiere, wie Garnelen oder Schnecken, sind anfällig für zu hohe Konzentrationen an Kupfer. Die in gängigen Volldüngern enthaltenen Mengen an Kupfer reichen in der Regel auch in mehrfacher Überdosierung nicht aus, um den toxischen Schwellenwert zu erreichen. Bei einem erhöhten Eisenbedarf des Aquascapes gibt es spezielle Eisendünger, die man benutzen könnte und welche fast ausschließlich extra Eisen zufügen.

Die Stoffe Nitrat und Phosphat zählen zu den Makronährstoffen, und waren zu Unrecht lange Zeit in einem Süßwasseraquarium als Ursache der Algenentstehung verschrien. Wie eine ausgiebige Mahlzeit sind diese Stoffe jedoch für jegliches Wachstum, von Wasserpflanzen und Algen, nötig. Eine Düngung mit diesen beiden Stoffen ist in stark beleuchteten Aquascapes unbedingt erforderlich, da sie schnell von den Pflanzen verbraucht werden und bei deren Fehlen Mangelerscheinungen auftreten könnten.
Auch Calcium und Magnesium zählen zu den Makronährstoffen.

Es gibt jedoch noch einen weiteren Makronährstoff: Kalium. Kalium lässt sich leider quantitativ schlecht bis gar nicht mit herkömmlichen Tests messen. Eine gute Kaliumversorgung ist aber oft durch den Einsatz von flüssigen Nitrat- oder Phosphatdüngern (produktabhängig) gewährleistet. Bei Kaliummangel empfiehlt sich noch ein zusätzlicher Kaliumdünger.

Gute und grobe Richtwerte, bei denen Pflanzen ein gesundes Wachstum zeigen sollten, sind: Eisen 0,05-0,1mg/l, Phosphat 0,1-0,5mg/l und Nitrat 10-20mg/l. Der Kaliumgehalt sollte sich durch die anteilig zugeführten Kaliummengen in den anderen Düngern rechnerisch zwischen 10 und 30mg/l bewegen. Diese Werte sind aber keine strikten Richtlinien: ein wenig zuviel schadet in den meisten Fällen nicht.

Alle Stoffe sollten fast jederzeit für die Pflanzen verfügbar sein. Mit Tropfentests kann man diese Werte leicht nachmessen. Im Fachhandel werden zwar vor Ort auch oft kostenlose Wassertests angeboten, jedoch empfiehlt es sich, anfangs eine regelmäßige Messung zu Hause durchführen zu können. Erst sollte man die Werte optimieren, dadurch entwickelt man ein Gespür für die richtige Düngermenge für sein Aquascape und findet den ungefähren Nährstoffverbrauch der eigenen Pflanzen heraus. Danach kann man über weitere Maßnahmen wie z.B. Lichtaufstockung nachdenken, denn bei größerem Lichtangebot verbrauchen Pflanzen mehr Nährstoffe und es wird einem Einsteiger sehr schwer fallen Missstände schnell zu korrigieren.

Für gesunden Pflanzenwuchs sollte man nicht nur als Einsteiger auf alle Fälle einen Mikronährstoff- und einen Nitratdünger im Schrank stehen haben. Ein Phosphat- und ein Kaliumdünger sollte daneben auch noch Platz finden können.

Den aktuellen Nährstoffgehalt des Wassers können manche besonders für einen Stoff empfindlichen Pflanzen anzeigen, denn in einer Mangelsituation verändert sich ihr Erscheinungsbild relativ zügig. Sie dienen uns also als eine Art Indikator. Beispielsweise zeigt Elatine tiandra sowie Elatine hydropiper bei einem zu geringem Kaliumgehalt schnell gelbliche und löchrige Blätter. Eine zusätzliche Kaliumversorgung wäre zu diesem Zeitpunkt dringend angeraten.



Das australische Zungenblatt, Glossostigma elatinoides, stagniert in seinem normalerweise recht rasanten Wuchs durch Nitratmangel, daneben bekommt sie ebenfalls gelbe Blätter.

Die meisten Algen entstehen nur bei bestimmten Missverhältnissen in der Nährstoffverfügbarkeit und somit einer Schwächung der Wasserpflanzen. Die Nährstoffverfügbarkeit hängt nicht nur mit der Düngung zusammen, sondern auch mit der Strömung an jeder Stelle des Beckens. Bestimmte Algenarten haben zum Beispiel ihre eigenen Vorlieben: Pinselalgen entstehen vor allem bei CO2-Mangel, Fadenalgen lieben ein hohes Maß an Ammonium, Punkt- sowie Staubalgen sind oft auf ein Ungleichgewicht zwischen Phosphat und Nitrat zurückzuführen.

Hat man leichte Algenprobleme beim Einsatz eines Phosphatdüngers, kann man diesen etwas höher dosiert einen Tag vor dem mindestens 50%igen Wasserwechsel geben. Pflanzen können relativ schnell viel Phosphat aufnehmen und dieses auch über einen längeren Zeitraum speichern, was die meisten Algenarten nicht können. So entfernt man durch den Wasserwechsel überschüssiges Phosphat schnell aus dem Aquarienwasser, bevor es  potentiellen Algen eine Nahrungsgrundlage bieten kann.

Ein Tipp für den fortgeschrittenen Pflanzenliebhaber: möchte man die rote Farbe von manchen Stängelpflanzen intensivieren, hilft oft schon die Limitierung der Nitratzufuhr. Dabei muss natürlich auf die Bedürfnisse der anderen Pflanzen geachtet werden.

Man kann den Düngungsaspekt leider nicht isoliert betrachten, denn alle Komponenten tragen an einem Aquascape zu Erfolg und Misserfolg, aber besonders zum Pflanzenwachstum, bei. Stimmen die Grundvoraussetzungen nicht, braucht man sich nicht über Algen wundern. Es lohnt sich auszuprobieren, wie verschiedene Pflanzenarten auf unterschiedliche Düngerzufuhr reagieren. Manchmal ist es so, dass der beste Pflanzplan nicht verwirklicht werden kann, denn seltsamerweise wachsen manche Pflanzen in einigen Layouts einfach nicht, obwohl dieselbe Pflanze im Becken nebenan, mit fast identischen Ausgangsbedingungen, in voller Pracht erstrahlt. Man darf sich also nicht an seinem ursprünglichen Pflanzplan festbeißen. Ebenfalls sollte man verschiedene Mikrodünger testen, denn hier gibt es leichte Unterschiede in der Verfügbarkeit der Spurenelemente. So findet man nach und nach die optimale Düngerkombination für jedes Layout.

Damit sich eventuelle Schadstoffe nicht anreichern ist ein regelmäßiger Wasserwechsel von Nöten. Alle sieben bis vierzehn Tage sollte man etwa 50% des Wassers gegen frisches austauschen - somit „resettet“ man sein "System“ wieder weitgehend. Dabei sollte man das erneute Aufdüngen des Wechselwassers nicht vergessen, damit der Nährstoffgehalt wieder dem Optimum nahekommt.

Treten trotz aller Bemühungen dennoch Mangelerscheinungen auf, kann man durch die Betrachtung der Pflanzenblätter Rückschlüsse auf die Ursache ziehen. Beispiele dafür bietet die Mangelerscheinungs-Diagnoseseite von AquaRebell.