Pflanzen aus dem Labor: seit ein paar Jahren setzt sich die Technik der Invitro-Cups in der Pflanzenherstellung mehr und mehr durch, da diese Produktionsmethode einige Vorteile bietet: sterilisierte Einzelpflanzen werden keimfrei auf einem Nährgel in kleinen Gefäßen kultiviert. Da bei richtiger Produktion weder Bakterien, Pilze oder Algensporen in den Kulturgefäßen vorhanden sind, kann unbedenklicher Zucker als Hauptbestandteil des Nährmediums verwendet und auf Bakterizide und Pestizide gänzlich verzichtet werden. Das bietet natürlich Vorteile besonders für die Freunde von Wirbellosen, welche diese Pflanzen unbesorgt verwenden können. Da die einzelnen Kulturgefäße luftdicht abgeschlossen sind, können auch keine anderen Fremdorganismen oder Krankheitserreger eindringen. Vor dem Einsetzen der Pflanzen sollte das Nährmedium abgespült und die Pflanzen davon weitgehend befreit werden. Kleine verbleibende Reste sind jedoch unbedenklich. Größere Reste, oder gar ganze Portionen des Gels können aber die Bakterienvermehrung im Aquarium begünstigen (Zucker = Nährmedium auch für Bakterien) und so eine Bakterienblüte verursachen (dazu wird aber eine reichliche Menge der Nährlösung benötigt).

Auch die Lagerung ist um einiges kostengünstiger und einfacher, als die herkömmliche Hälterung in extra Pflanzenbecken: ein warmer, indirekt beleuchteter Ort ist für die Lagerung über Wochen und Monate ausreichend. So kann man auch mal ein Pflänzchen zur Reserve mehr mitnehmen und zu Hause neben dem Aquarium aufbewahren oder der Händler kann sich sicher sein, dass diese Pflanzen nicht schon nach ein paar Tagen oder zwei Wochen anfangen abzusterben. Manche Pflanzenarten sind sogar so gut haltbar, dass sie über 8 Monate aufbewahrt und danach auch noch mit guten Ergebnissen verwendet werden können (Test mit LineaCups von Anubias). Die Töpfe sollten nur unmittelbar vor der eigentlichen Verwendung und nicht etwa zu Demozwecken geöffnet werden, da sonst das sterile Milieu nicht mehr gewährleistet ist und sich Bakterien und Pilze schnell ausbreiten sowie die Pflanze befallen werden.

Aquarienpflanzen wie Eleocharis, Cryptocorynen, Lileaopsis, Hemianthus, Staurogyne (um nur einige zu nennen) werden auf diese Weise produziert und erfolgreich vermarktet. Das Einsetzen solcher Pflanzen im Aquarium ist bei Bodendeckern (Eleocharis, Hemianthus, Glossotigma) oder Pflanzen, welche in kleinen „Büschen“  (Staurogyne, Ranunculus) kultiviert werden können, besonders einfach. In kleine Portionen aufgeteilt, grob vom Nährmedium befreit, lassen sich diese Pflanzen schnell einpflanzen. Sollten kleine Reste vom Nährmedium ins Aquarium gelangen, ist dies unbedenklich.

Seit jüngster Zeit gibt es viele neue Pflanzenarten, welche invitro angeboten werden - dazu gehören inzwischen auch diverse Stängelpflanzen. Einen kleinen Überblick gewährt folgendes Video: